Goerz-Höfe

Rheinstr. 45 - 46, Holsteinische Straße 39 - 42
Baujahr 
1897
Gesamtfläche 
23.465 m²
Wohnfläche 
161 m²
Wohneinheiten 
1
Gewerbefläche 
21.009 m²
Gewerbeeinheiten 
71
Größe Einheiten (von-bis) 
20 - 1005 m²
Sonstige Fläche 
2.295 m²
Standort 
Berlin
Art 
Gewerbe
PLZ 
12161

Seit Jahrzehnten eine besondere Immobilie für Büros und Gewerbe.
Im Jahr 1961 begann eine neue Ära der Goerz-Höfe durch umsichtige Bewahrung der alten Bausubstanz und eine zeitgemäße Wandlung der Nutzung. Heute fühlen sich hier neben Ingenieuren und Handwerkern auch verstärkt kreative Dienstleister wohl. Denn es handelt sich um individuelle Gebäude unterschiedlichen Zuschnitts, die der menschlichen und unternehmerischen Individualität Raum lassen. Dieser Eindruck wird durch die – trotz der guten Infrastruktur – ruhige und freundliche Hoflage unterstrichen. Die funktionelle Qualität der Bauten ist fühlbar, der Klinker vermittelt eine behagliche Atmosphäre. Die liebevollen Details der Architektur öffnen die Sinne und inspirieren – das werden Geschäftspartner, Kunden und Mitarbeiter spüren und schätzen.

So hat sich hier mittlerweile eine Vielfalt an Gewerben niedergelassen: Von Architekten, Künstlern und Werkstätten über Verlage und Agenturen bis hin zu Sportstudios, einer Tanzschule und einem erfolgreichen Modellbauer für Kinofilm-Produktionen. Dienstleister und Gastronomie komplettieren das internationale Ensemble der schönen und nötigen Dinge des Lebens. Auch dadurch wird eine Atmosphäre geschaffen, die die weit verbreitete Anonymität und Kälte moderner Bürokomplexe bewusst vermeidet.

Ein verantwortungsbewusster Eigentümer
Die Goerz-Höfe wurden bereits vor 45 Jahren von Becker & Kries übernommen und seitdem komplett originalgetreu restauriert und auf aktuellen technischen Stand gebracht. Dies entspricht dem Credo des Unternehmens: Gutes in ursprünglicher Form zu erhalten und einer zukünftigen Nutzung zur Verfügung zu stellen, ohne jedoch die Tradition des Objektes zu vernachlässigen. Im Bewusstsein dieser Werte ist Becker & Kries auch dem Denkmalschutz eng und erfolgreich verbunden. Die Übernahme der Goerz-Höfe ist ein Beispiel für die Unternehmensphilosophie, langfristig zu investieren, Kontinuität zu pflegen und bewusst Verantwortung zu übernehmen – auch für das Straßenbild und die Traditionen Friedenaus.

Becker & Kries, ein seit 1945 bestehendes Familienunternehmen, handelt als Stiftung unter Vorgaben langfristiger Perspektive und Solidität. Es ist mit einem umfangreichen Bestand an Wohnungen und Gewerbeflächen – darunter die Goerz-Höfe und die Askania-Höfe – einer der größten privaten Vermieter und Verwalter in Berlin und auch international tätig.

 

Der Grundstein einer Berliner Erfolgsgeschichte
Aus der Kaiserzeit und damit der frühesten Industriegeschichte Friedenaus stammen die Goerz-Höfe, ein herausragendes Industriedenkmal Berlins. Das älteste Gebäude wurde im Jahre 1897 für die Optische Anstalt C. P. Goerz errichtet – eine Unternehmung, die schon bald mit der Produktion von optischen Instrumenten wie Ferngläsern und Projektoren Weltruf genießen sollte. Damals im Zuge der industriellen Randwanderung an der Grenze von Friedenau zu Steglitz auf freiem Felde angesiedelt, entstand hier in nur 18 Jahren nach und nach das gesamte Ensemble von Fabrik- und Verwaltungsgebäuden. Und schon seinerzeit war die Anbindung wichtig. Die Belegschaft – bis zu 2500 Menschen – nutzte die nahe Wannsee-Bahn sowie die Straßenbahnen, die Potsdamer-, Haupt- und Rheinstraße bereits seit 1879 regelmäßig anführen.

Die Gebäude der Goerz-Höfe, die unter der Leitung der Architekten Wendt, Schmidt und Paeseler errichtet worden waren, wurden 1946 von sowjetischen Demontagetrupps ihrer technischen Einrichtungen entledigt. Weitere Maschinen fanden beim Nachfolge-Unternehmen Zeiss Ikon Verwendung. Die Kuppel des Observatoriums ist heute noch auf dem „Insulaner“ in Betrieb. Auch die Gebäude selbst blieben nicht ungenutzt und fungierten im Sommer 1945 sogar als Rathaus des Stadtteils. Während der Luftbrücke und in den folgenden Jahren dienten die Räume als Lager für Vorräte und Hilfsgüter zur Versorgung der Bevölkerung.

 

Eingebettet in einen lebendigen Stadtteil mit Kultur
Die Anlagen sind in ihrer städtebaulichen Anlage einmalig für Berlin. Aus einem Gutachten für den Landeskonservator Friedenau, seit 1920 Stadtteil Berlins, hat eine große Anziehungskraft auf Künstler. Günter Grass, Uwe Johnson, Karl Schmidt-Rottluff und viele andere lebten und wirkten hier. Auch heute blüht die Kultur- und Künstlerszene auf nahrhaftem Grund. Ebenso hat sich eine erfolgreiche Unternehmerkultur harmonisch und nachhaltig integriert. Beispielsweise ist diejenige Bildgießerei in Friedenau ansässig, die neben Werken von Käthe Kollwitz und Henry Moore auch der Quadriga des Brandenburger Tores sowie dem Berlinale-Bären Gestalt gab. Richtungsweisend aber war das Unternehmen der Optischen Anstalt C. P. Goerz, das mit vorausschauendem Erfindergeist unternehmerische Erfolge einschließlich zahlreicher technischer Patente hervorbrachte. Die Goerz- Anschütz-Moment-Camera beispielsweise war das weltweit erste Modell mit einer neuen Schlitzverschluss-Optik und wird auch heute noch unter Sammlern geschätzt. Nach dem Standort in der Rheinstraße 45/46 folgten Goerz’sche Niederlassungen in ganz Europa und New York.

Die schönste Fassade Friedenaus – weiterhin eine gute Adresse
Die Fassaden der Goerz-Höfe erzählen noch immer von der dynamischen Entwicklung der Berliner Fabrikarchitektur der wilhelminischen Zeit bis zum modernen Zweckbau des beginnenden 20. Jh.: Die aufgeräumte Backsteingotik der Fabrik, die gotisierende Fassade des ehemaligen Wohnhauses mit ihren interessanten Details sowie die zweckorientierten Fabrikgebäude im Hof. Das Ensemble der Goerz-Höfe ist als gewachsenes Element Friedenaus eingebettet in einen charmanten, grünen Stadtteil mit unverwechselbarer Anlage und charakteristischer Bebauung. Gutbürgerliche Wohnungen, umgeben von Jugendstilzäunen, dazwischen die eine oder andere idyllische Platzanlage. Nicht zu nah und doch in der Nachbarschaft liegt die Schloßstraße mit ihrer belebten und mittlerweile mondänen Einkaufsmeile. Alles zusammen macht dieses Objekt heute zu einem einmaligen Standort mit besonderem Flair. Eine solche Residenz mit Charakter wird in einigen Branchen von Geschäftspartnern geradezu erwartet – vermutlich auch ein Grund, warum bereits eine Vielzahl an renommierten Architekturbüros in den Goerz-Höfen Quartier genommen hat. Denn die Nutzung hat sich vom ursprünglichen Fabrikgebäude bis zur heutigen Verwendung als Sitz für kreative Berufe auf zeitgemäße Weise gewandelt.

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